Kaštieľ v Ivanke pri Dunaji
Slowakei
Über das Denkmal
Das Rokokoherrenhaus in Ivanka pri Dunaji, später im neugotischen und Jugendstilstil umgestaltet, beherbergt heute das jesuitische Loyola-Zentrum für Spiritualität und das Anton-Neuwirth-Kolleg.
Das Herrenhaus in Ivanka pri Dunaji liegt rund 14 Kilometer nordöstlich von Bratislava, eingebettet in die Grünflächen eines weitläufigen Parks. Ursprünglich wurde es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Rokoko-Stil für das Adelsgeschlecht der Grassalkovich erbaut, das es nahezu ein Jahrhundert lang besaß. Nachdem die männliche Linie der Familie 1841 erloschen war, wurde das Anwesen versteigert und von Fürst Mihailo Obrenović erworben, der damals im Wiener Exil lebte. Eben hier stattete Ľudovít Štúr — der zu jener Zeit im nahe gelegenen Modra unter Polizeiaufsicht stand — dem fürstlichen Wohnsitz im Jahr 1855 heimlich einen Besuch ab; eine Gedenktafel am Gebäude erinnert bis heute an dieses historische Zusammentreffen.
Nach einem Brand, der Ivanka im Jahr 1856 heimsuchte, ließ Obrenović den beschädigten südwestlichen Gebäudeteil abtragen und durch einen Turm ersetzen, der als Wasserreservoir diente. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahmen die neuen Eigentümer, die Familie Hunyady, umfangreiche Umbauten im Neugotik- und Jugendstil vor. Die Fassaden erhielten romanische und gotische Elemente — Erker, Maßwerk, Balkone und verzierte Fensterrahmungen —, während der polygonale, mit einer Helmbekrönung versehene Turm einen ausgeprägten Jugendstilcharakter trägt.
Im Januar 1943 erwarben die Jesuiten das Anwesen und richteten darin ein Internat für Schüler ihres Bratislavaer Gymnasiums ein. Nach 1948 verstaatlichte das kommunistische Regime den Besitz und übertrug ihn dem Landwirtschaftsamt. Nach der Wende wurde das Herrenhaus im Rahmen der Restitution an die Gesellschaft Jesu zurückgegeben. Heute beherbergt das sorgfältig renovierte Gebäude zwei Einrichtungen: das jesuitische Loyola-Zentrum für Spiritualität sowie das Anton-Neuwirth-Kolleg — ein Wohnkolleg nach dem Vorbild der Oxforder Tradition, das ein zweijähriges Programm mit Schwerpunkten in Philosophie, dem Verhältnis von Christentum und Kultur sowie persönlicher Entwicklung anbietet.
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